Erzbistum Berlin

Zwischen stiller Weite und pulsierendem Hauptstadt-Leben

Das Bistum Berlin, 1930 als „Tochter“ von Breslau errichtet, ist ein junges Bistum. Seine Gründung verdankte es der enorm an Größe und Bedeutung wachsenden Stadt Berlin. Es liegt auf dem Gebiet der Bistümer Brandenburg, Havelberg, Kammin und Lebus, die bis zur Reformation bestanden. In Folge des zweiten Weltkriegs wurden die polnischen Nachbarbistümer Stettin-Cammin, Köslin-Kolberg und Grünberg-Landsberg neu gegründet. Im Bewusstsein dieser Geschichte sind Ökumene und enge Beziehungen zu den polnischen Nachbarn eine durchlaufende Perspektive im Erzbistum Berlin.

Heute umfasst das Bistum, das 1994 zum Erzbistum erhoben wurde, Berlin sowie weite Teile Brandenburgs und Vorpommern. Es ist mit 31.200 Quadratkilometern das zweitgrößte Bistum Deutschlands.

Wechselvolle Geschichte

Die Teilung Deutschlands traf auch das Bistum Berlin. Durch den Mauerbau 1961 wurden Gemeinden getrennt und gewachsene Strukturen willkürlich zerstört. Während ganz Europa in Ost und West geteilt war, hielten die Berliner Bischöfe trotz Mauer und deutscher Teilung an der Einheit des Bistums fest. Papst Johannes Paul II nannte es „das schwerste Bistum der Welt“.

Die Freude über den Fall der Mauer und die Einheit Deutschlands war dementsprechend groß – die Einheit des Bistums kann Wirklichkeit werden, auch wenn die Spuren der Teilung in Ost und West mancherorts noch immer erkennbar sind.

1996 besuchte Papst Johannes Paul II. das wiedervereinigte Bistum. Seinem Appell vor dem Brandenburger Tor sind viele verpflichtet geblieben: „Löscht den Geist nicht aus! Haltet dieses Tor geöffnet für Euch und alle Menschen!“

St. Hedwigs-Kathedrale

Bischofssitz ist die St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. Dort betete Dompropst Bernhard Lichtenberg, von Papst Johannes Paul II. 1996 in Berlin selig gesprochen, unerschrocken „für die verfolgten Juden“. Denunziert und inhaftiert starb er 1943 auf dem Transport ins Konzentrationslager Dachau. Er ist nur einer von zahlreichen Katholiken, die ihre Zivilcourage mit dem Leben bezahlten.

Katholische Kirche in der Hauptstadt

Mit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin sind auch die Anforderungen an die katholische Kirche in der neuen Hauptstadt gestiegen. 2003 brachte der erste Ökumenische Kirchentag in Berlin nachhaltige Impulse für das ökumenische Miteinander.

Im Erzbistum Berlin leben 391.000 Katholiken in 105 Pfarrgemeinden unterschiedlichster Prägung: an der Ostsee spielt die Touristen-Seelsorge eine Rolle, in Brandenburg und Vorpommern sind die Katholiken an weite Wege gewöhnt, und in Berlin sind die Gemeinden so vielfältig wie die „Kieze“ der Stadt selbst. Mehr als 70.000 zugezogene Katholiken aus der ganzen Welt bereichern das Gemeindeleben mit ihren Erfahrungen und Traditionen – so wird Weltkirche vor Ort konkret erlebbar. Der Besuch des Heiligen Vaters, des Oberhauptes der weltweiten katholischen Kirche in der deutschen Hauptstadt und damit auch im Erzbistum Berlin wird daher mit großer Freude erwartet und vorbereitet.

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254